
Sie sind Maurer, Büroangestellte, Tankstellenwärter, Optiker, Einzelhändler oder Wohnwagenverkäufer. Sie tummeln sich beruflich in fast allen Bereichen – nur die Kraftfahrzeugbranche ist so gut wie nicht vertreten. Eines aber verbindet sie: ihr Hobby Tuning. Sie verbringen ihre Freizeit in der Garage – schrauben, spritzen, lackieren und stylen so lange an Autos herum bis nichts mehr an die Originalversion erinnert. Warum sie das tun? „Tuningfreunde haben nicht nur Spaß daran, an Autos herumzubasteln, sondern sie wollen sich individualisieren und nicht wie die Masse ein Fahrzeug von der Stange fahren“, sagt Alexander Métayer, Clubbetreuer für die TUNING WORLD BODENSEE auf dem Messegelände in Friedrichshafen.

Zum Beispiel „Live for Tuning“ aus dem Großraum Stuttgart: Der Club, der vor einigen Jahren von Claus Kübler, seinen drei Töchtern und ihren Freunden gegründet wurde und inzwischen zwölf Mitglieder umfasst, macht mit extravaganten Airbrush-Lackierungen von sich reden. „Unser bestes Stück ist der Goldfinger nach dem gleichnamigen James-Bond-Film“, erzählt Kübler. Rund 330 Stunden hat der gelernte Airbrush-Designer in die Hülle gesteckt. Der Club, der in dieser Form zum ersten Mal auf der Messe vertreten ist, wird aber noch fünf weitere Modelle mitbringen, die ebenfalls allein schon durch ihre außergewöhnliche Bemalung auffallen. Denn jedes steht unter einem Motto – mal sind es Dschungelmotive, mal Aliens.

Jacqueline Rüegg vom Club „Tuningfreunde Suisse“ in der Nähe von Zürich hat da eine andere Einstellung: „Je lauter es tönt, umso besser.“ Die 37-jährige Bankangestellte, die den 13 köpfigen Club vor zwei Jahren ins Leben gerufen hat, ist mit ihrem Tuning, das den Schwerpunkt auf Licht-, Geräuscheffekte und Show legt, schon zur Europameisterin gekürt worden. Rüegg ist übrigens in der Branche keine Exotin. Immer mehr Frauen haben Spaß am Stylen von Autos.
Die Tuningworld Bodensee ist von Donnerstag, den 30. April bis Sonntag, 3. Mai 2009 jeweils von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Die Tageskarte kostet 12 Euro, ermäßigt 10 Euro.